Juni 2022 - Wiedersehen mit der Ahr

Von Axel Glass

Seit dem unfasslichen Regen am 14. und 15. Juli 2021 habe ich mich nicht mehr ins Ahrtal getraut, wo ich vorher so gern zum Paddeln war. Mich als Helfer einzureihen hatte ich echt keine Zeit und als bloßer Gaffer wollte ich keinesfalls dort auflaufen. Jetzt, an Pfingsten 2022, musste ich einfach wieder mir bekannte Orte aufsuchen, dort Zeit verbringen und wenigstens den Hauch einer Vorstellung davon bekommen, was sich in diesem Flusstal zugetragen hat. Dabei habe ich Ansichten fotografiert, die für mich als Kanufahrer wichtig waren. Die möchte ich hier mit Euch teilen.

Unsere Einstiegsstelle in Müsch - jetzt mit Behelfsbrücke - und ein Blick auf den Fluss in Fahrtrichtung. Pegelstand hier 23 cm. 

Und einmal umgedreht zur anderen Straßenseite: An der Lachsräucherei muss sicher nicht nur die Außenhaut des Hauses erneuert werden. 

Unsere Einstiegsstelle in Insul. In den Häusern, vor denen wir immer geparkt haben, muss das Wasser im Erdgeschoss bis knapp unter der Decke gestanden sein. Auch zu ihnen und einem Baulager führt jetzt eine Behelfsbrücke. 

Das Wehr "am alten Campingplatz" jetzt ohne Campingplatz (während der Fahrt rückwärts über die Schulter fotografiert, sorry). 

Unsere Ein- oder Ausstiegsstellen in Kreuzberg und wie die Häuser dort jetzt aussehen. Das Restaurant Wurstkessel ist wie eigentlich alle Gebäude am Fluss innen Rohbau, der früher links angebaute Eingangsbereich fehlt ganz. 

Altenahr. Die Bilder schon aus den Medien zu kennen ist das Eine. Hier selbst langzugehen, eine ganz andere Erfahrung. Wie weit oben am Hotel Post noch Treibgut hängt! In der Taverna Sirtaki im Bahnhofsgebäude muss das Wasser gut brusthoch gestanden sein. Wie hoch das über der Ahr gelegen ist! Hinter dem Bahnhof liegen keine Gleise mehr. 

An eine Seitenwand des historischen Hotels Zum schwarzen Kreuz steht gesprüht "EINSTURZ ABRISS". Im krassen Gegensatz dazu ziehen lautstarke Touris durch den Ort. An einer Ecke werden in der Außengastronomie Gäste bedient; die Innenräume sind Rohbau. 

Von Altenahr die Ahr entlang. Die Eisenbahnbrücke ist auch weg. Am linken Ufer (der Blick geht ahraufwärts) ist eine ganz ordentliche Böschung wiederhergestellt worden - wohl zur sicherung des Fahrweges zur Jungendherberge. Die Furt zur Jugendherberge ist noch genauso (kanu-unbrauchbar) wie sie war. Waren die kräftigen Schrammspuren darauf schon? Ansonsten staunt man fast, dass nicht mehr Schäden entstanden sind. Neben dem Wehr gibt es noch das kleine Pumpenhäuschen, unter dessen Treppe wir einmal zu zweit Schutz vor Orkanböen gesucht haben. Und am Wehr ist die S-Kurve, die einmal ein "normales" Hochwasser freigespült hat Geschichte - hier geht es jetzt geradeaus vorbei. 

Blick ins Flussbett mit der Bunten Kuh im Rücken. 

Walporzheim. Blick zu dem Wanderparkplatz, an dem wir meistens ausgesetzt haben - jetzt mangels Brücke nur noch per Boot erreichbar - und ein Blick flussabwärts. 

Und wie die Aussatzstelle an dem Kinderspielplatz (der hat flammneue Geräte!) gerade aussieht. 

Hier war einmal das respekteinflößende Casinowehr. Gut, das war schon länger entschärft. Aber das Casino hatte noch wie Casino ausgesehen und nicht wie Lost Place. 

Bad Neuenahr. In der Berufsschule ist ... Rohbau natürlich. Auf dem Gelände stehen drei solcher Behelfsbauten. Zwischen der Berufsschule und dem Stadion sind riesige Schuttberge aufgetürmt.